Anlagekonto
Wenn man den Begriff Anlagekonto das erste Mal hört, kann man sich in den meisten Fällen nicht allzu viel darunter vorstellen. Es hat etwas mit Sparen zu tun, das ist noch naheliegend, mehr jedoch sagt der Name Anlagekonto nicht aus, die Definition ist im Wort selbst nur vage vorhanden und auch die Funktionsweise sowie die Eigenschaften eines Anlagekontos sind nicht auf Anhieb zu erkennen. Diesem Zustand wollen wir Abhilfe schaffen, in dem wir Ihnen ausführliche Informationen darüber liefern, was ein Anlagekonto denn nun eigentlich ist.Die Definition eines Anlagekontos
Ein Anlagekonto ist nicht zu vergleichen mit einem Konto, wie wir es im üblichen Sinne kennen. Es ist kein Girokonto, bei dem Überweisungen und Lastschriften möglich sind, sondern es dient nur einem einzigen Zweck: Der Geldanlage. Dabei stellt der Begriff „Anlagekonto“ eigentlich einen Oberbegriff dar für alle jene Konten, die zur Geldanlage gedacht sind. Dies sind zum Beispiel Tagesgeldkonten, Festgeldkonten und auch herkömmliche Sparkonten.
Mittels des Anlagekontos, das es auch für Fonds und Aktien gibt, können Gelder angelegt oder Wertanlagen getätigt werden. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Konditionen für das Anlagekonten. Je nach Zweck ist das jeweilige Anlagekonto kostenfrei, zum Beispiel, wenn es sich um ein Tagesgeldkonto handelt oder dort das Ersparte als Festgeld angelegt wird – oder es ist kostenpflichtig, wie dies gängig ist bei Anlagekonten, die als Depot dienen.
Ein Anlagekonto, der reinen Definition nach, ist also ein Konto, auf dem Gelder angelegt werden, das jedoch kein Konto im reinen Sinne ist. Dennoch hat das Anlagekonto einige Funktionen eines normalen Kontos. Bei Tagesgeldkonten zum Beispiel hat das Anlagekonto die Funktion, dass davon Geld auf ein Verrechnungskonto „überwiesen“ werden kann. Dies kann jedoch nur ein bestimmtes Konto sein und muss zur Eröffnung des jeweiligen Tagesgeldkontos bereits angegeben werden. Von diesem Referenzkonto, manchmal irrtümlich auch als Verrechnungskonto bezeichnet, werden dann die Einmalbeträge, die auf dem Tagesgeldkonto angelegt werden soll, abgebucht, ebenso die Sparbeiträge, die in einem bestimmten zeitlichen Abstand, zum Beispiel monatlich, als Tagesgeld auf dem Anlagekonto angespart werden sollen.
Die Funktion des Anlagekontos und seine Eigenschaften
Das Anlagekonto hat, der Definition nach, die Aufgabe, als eine Art Aufbewahrungsort für die anlegten Gelder, Aktien, Fonds, Zertifikate oder Ähnliches zu funktionieren. Dabei kann die Anlage dann nicht einfach von dem Konto abgehoben werden, es sei denn, es handelt sich um ein reines Sparkonto mit Verfügbarkeit am Bankschalter oder am Bankautomaten. Diese Art von Anlagekonten gibt es jedoch kaum mehr, da gängige Sparkonten inzwischen so schlecht verzinst sind, dass sich die Anlage darauf nicht mehr lohnt.
Je nach Anlagekonto werden die Zinsen und Erträge, die auf das angelegte Geld oder die Wertpapiere, auch direkt auf dieses Anlagekonto gutgeschrieben oder auf das bereits oben erwähnte Referenzkonto oder auf das Verrechnungskonto gebucht. Dieses ist dafür da, einen Missbrauch des Anlagekontos, zum Beispiel zur Geldwäsche, zu vermeiden. Dabei werden dann die Erträge für das Tagesgeld auf das Referenzkonto gebucht, die Zinsen und Erträge für das Festgeld auf das Verrechnungskonto. Das Verrechnungskonto dient hierbei als Zwischenstufe zum Girokonto, das bei der Tagesgeldanlage als Referenzkonto dient.
Der Unterschied ist dabei ganz einfach: Das Referenzkonto gibt es bereits, da dafür das gängige Girokonto verwendet werden kann. Das Verrechnungskonto hingegen muss extra eröffnet werden bei der Bank, bei der auch das Anlagekonto eröffnet wurde. Je nach Geldanlage ist das Verrechnungskonto kostenfrei oder kostenpflichtig.
Das Anlagekonto selbst dient allein dem Erbringen von Erträgen, auf die festverzinsten Geldanlagen wie Festgeld, auf die zeitweise festverzinsten Geldanlagen wie das Tagesgeld und auf unterschiedliche Renditen, je nach Ertrag oder Verlust, zum Beispiel bei Aktienanlagen. Deshalb hat es auch keine normale Kontofunktion, da man nicht direkt und unmittelbar an das Geld kommt, sondern nur über den Weg Referenzkonto oder Verrechnungskonto.
Dies ist jedoch keine Erschwerung der üblichen Geldanlage wie es früher das Sparbuch war, sondern auch nicht umständlicher. Im Gegenteil, heute wird bei Geldanlagen im Normalfall Onlinebanking möglich gemacht und der Sparer erhält über einen Zugang zum Onlinebanking Zugriff auf sein Anlagekonto, und kann so entweder sein angelegtes Tagesgeld zurückbuchen oder sehen, wie im Moment die Zinsen und Erträge seiner sonstigen Geldanlagen, wie zum Beispiel beim Festgeld, sind.
Vergleich verschiedener Anlagekonten
Eine Empfehlung möchten wir an dieser Stelle noch geben. Wer ein Anlagekonto eröffnen möchte, sei es nun ein Tagesgeldkonto, ein Bonussparen, ein Festgeldkonto oder ein Depot – nichts geht hier über einen Vergleich. Denn nur durch einen Vergleich gleichgearteter Anlagekonten kann ersichtlich werden, welche der in diesem Bereich angebotenen Geldanlagen wirklich gut und vor allem auch gut verzinst ist. Ohne Vergleich keine Kontoeröffnung, so könnte hier eine einfache, aber wichtige Formel lauten, da es keine einheitlichen Zinssätze gibt für die verschiedensten Geldanlagen.
So gibt es hochverzinste Tagesgeldkonten, aber auch Tagesgeldanlagen, die nur ein niedriges Zinsniveau bieten. All dies sieht man meist erst im Vergleich verschiedener Angebote für das Tagesgeld, dessen Vorteil vor allem eines ist: Die schnelle Verfügbarkeit.
Optimal ist beim Vergleich der Einsatz von Rechnern, wie wir Sie unseren Lesern zum Beispiel auf unseren folgenden Seiten zur Verfügung stellen:
Tagesgeld-Zinsen berechnen >>> Festgeld-Zinsen berechnen >>>