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Durchbruch bei der Privatisierung der HSH Nordbank

Montag den 15.10.2018

Die HSH Nordbank kann einen weiteren Erfolg melden. Nachdem Ende September bekannt wurde, dass sie länger im Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe verbleiben darf, ist nun auch der Übergang in das Einlagensicherungssystem des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) geregelt. Damit ist der Weg für die Privatisierung geebnet. Die HSH Nordbank kann sich jetzt nur noch selbst im Weg stehen.

BdB-Vorstand gibt grünes Licht

Die HSH Nordbank hatte sich durch Geschäfte mit Schiffskrediten in die Bredouille gebracht. Sie musste mithilfe von Steuergeldern gerettet werden. Die EU-Kommission verlangte außerdem einen Verkauf der Bank. Den Zuschlag erhielten die Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flower.

Offen war jedoch, wie der Übergang vom Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe in das Einlagensicherungssystem des BdB gestaltet werden sollte. Ende September beschloss die Sparkassen-Finanzgruppe, dass die HSH Nordbank noch drei statt wie eigentlich vorgesehen zwei Jahre im Haftungsbund verbleiben darf.

Nun haben sich Sparkassen und BdB auf einen genauen Plan geeinigt.

HSH Nordbank ab 2022 Vollmitglied im Einlagensicherungsfonds des BdB

Die Lösung sieht wie folgt aus: Die HSH Nordbank wird bis Dezember 2021 Mitglied im Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe bleiben. Ab dem Januar 2019 wird sie zugleich Mitglied im Prüfungsverband der deutschen Banken sein. Ab Januar 2022 soll die HSH Nordbank Vollmitglied im Einlagensicherungsfonds des Bankenverbandes werden.

Mit dieser Lösung wird vermieden, dass in den ersten drei Jahren nach Beitritt zum Sicherungssystem des BdB eine Haftungsbeschränkung von 250.000 Euro gilt. Stattdessen werden die Einlagen der Kunden von Januar 2022 bis zu einem Betrag von 15 Prozent der Eigenmittel der Bank abgesichert sein.

HSH Nordbank braucht dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell

Von 2019 bis 2021 wird die HSH Nordbank vom Prüfungsverband der deutschen Banken und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband begleitet. Damit die HSH Nordbank 2022 das Einlagensicherungssystem wechseln kann, muss es nämlich die strengen Kriterien des BdB erfüllen. Zu Details wurde Stillschweigen vereinbart. Jedoch muss die HSH Nordbank in jedem Fall ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell vorweisen können, damit die Privatisierung endgültig abgeschlossen werden kann.

Weiterführende Links

BdB – Wir haben eine Brücke gebaut

Spiegel-Online – Privatbanken machen Weg für Verkauf der HSH Nordbank frei