Inflationsrate in Eurozone weiterhin bei 3 Prozent

Die Inflationsrate im europäischen Währungsraum verharrt weiterhin bei 3 Prozent. Die Inflation wird anhand des harmonisierten Verbraucherpreisindizes anhand eines gewichteten Durchschnitts für die gesamte Eurozone ermittelt. Nachdem bereits im vergangenen Monat die Marke von 3 Prozent ausgegeben wurde, äußerten viele Experten, dass der Zenit damit nun erreicht sei. Diese Prognose hat sich bisher noch nicht bestätigt. Insbesondere die weiterhin hohen und teils gestiegenen Energiepreise treiben die Preisentwicklung in der Eurozone. Damit hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Ziel der Preisstabilität, das sie mit einer Inflationsrate von unter aber nahe bei 2 Prozent verbindet, nicht erreicht.

Zwar ist anzuführen, dass es sich bei dem ausgegebenen Inflationsziel der EZB um ein mittel- bis langfristiges Ziel (im Durchschnitt) handelt, was im Zeitverlauf auch immer gut erreicht wurde. Dennoch reagieren vor allem in Deutschland viele Bürgerinnen und Bürger sensibel auf höhere Inflationsraten. Dies ist noch auf die Situation der Hyperinflationen in den 20er und 40er Jahren zurückzuführen. In deren Anschluss etablierte sich die Deutsche Bundesbank als Stabilitätshüterin. Geldpolitiker mussten sich an den erreichten Inflationsraten sehr scharf messen lassen. Die Empfindlichkeit hinsichtlich der Inflation hat demnach auch mit der Mentalität zu tun. In Italien, wo eine Stabilitätskultur vergleichbar mit der in Deutschland nicht existent ist, reagiert man sehr viel zurückhaltender auf eine Inflationsrate von 3 Prozent in der Eurozone.

Die Prognose für die Inflationsrate fällt dennoch positiv aus. Im Jahr 2012, so kündigte Experten au, werde man wieder eine Inflationsrate von weniger als 2 Prozent haben. Allerdings ginge dies auch mit einem Rückgang des Realoutputs (Bruttoinlandsprodukt) einher, was eine Rezession um den Jahreswechsel andeuten könnte. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat auch der neue EZB-Präsident Mario Draghi am 7. November 2011 überraschend eine Senkung des Leitzinssatzes vorgenommen. Anbetracht der relativ hohen Inflationsrate war dies vielen unverständlich gewesen. Andererseits begünstigen niedrige Zinsen das Wirtschaftswachstum und könnten so die drohende Rezession ein wenig abfedern.

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