Türkei: Wechsel des Leitzinses soll Lira stützen

Die türkische Notenbank hat sich für einen Wechsel des Leitzinses entschieden. Damit reagierte sie auf Kritik an ihrer Geldpolitik. Zumindest kurzfristig wirkte sich das positiv auf den Kurs der Landeswährung Lira aus.

Türkischer Leitzins bei 16,5 Prozent

Bisher galt in der Türkei der Spätausleihungssatz als Leitzins. Das änderte die türkische Notenbank am Montag, den 28.05.2018. Seither gilt wieder das einwöchige Zentralbankgeld als Leitzins. Das einwöchige Zentralbankgeld wurde zugleich von 8,0 Prozent auf 16,5 Prozent angehoben.

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„Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, wenngleich auch eher ein symbolischer“, heißt es von Thu Lan Nguyen, Expertin der Commerzbank. „Ob das der Notenbank ihre Glaubwürdigkeit wiederbringt, steht aber auf einem anderen Blatt und dürfte vor allem vom Ausgang der Wahlen abhängen.“

Lira am Montag auf Höhenflug

Grund für den ungewöhnlichen Schritt der Notenbank ist der starke Kursverfall der Lira. Zuletzt mussten für einen Euro 5,73 Lira gezahlt werden. Eine Anhebung des Leitzinses in der vergangenen Woche hatte den Kursverfall nicht aufhalten können. Kritiker bemängelten, dass der Schritt zu spät gekommen und die Anhebung zu gering ausgefallen sei.

Am Montag zog die türkische Notenbank die Reißleine. Mit dem Wechsel des Leitzinses vereinfachte sie ihre als unübersichtlich geltende Zinspolitik. Die Lira erholte sich sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch gegenüber dem Euro um über 3 Prozent. Für einen Euro mussten nur noch 5,32 Lira gezahlt werden.

Weiterführender Link

SZ – Notenbank wechselt den Leitzins