Minizinsen oder Rendite? – Sparer zwischen Mutlosigkeit und Mut zum Risiko

Rendite gegen RisikoIn Deutschland scheint es nur noch zwei Möglichkeiten für die eigenen Ersparnisse zu geben: Entweder Minizinsen oder aber Geldanlagen mit Risiko. Einen Mittelweg gibt es laut der heischenden Medienmeldungen der letzten Monate nicht mehr. Doch ist alles wirklich so schwarz zu sehen, wie es gerne betrachtet wird, oder steht der Sparer bei der Frage Minizinsen oder Rendite nicht eher zwischen Mutlosigkeit und Mut zum Risiko?

Sparer verlieren den Mut

Immer wieder wird von Minizinsen berichtet und dass es sich nicht mehr lohnen würde, sein Geld als Tagesgeld oder auf einem Festgeldkonto anzulegen. Dies trifft natürlich den Nerv der Sparer, denn ein steter Tropfen höhlt den Stein ja bekanntlich, wie wir von dem gleichnamigen Sprichwort wissen. Doch ist die Lage wirklich so aussichtslos? Oder ist es nicht viel wichtiger, genauer hinzusehen und sich nicht nur von negativen und pessimistischen Medienmeldungen frustrieren und demotivieren zu lassen? Denn genau das passiert doch seit Monaten bzw. seit einigen Jahren: Die Bundesbürger springen auf Negativmeldungen an, sei es nun, wenn es um Spareinlagen, Aktien oder den Euro geht und reagieren dann, als wäre ihnen der Leibhaftige persönlich begegnet. Panikreaktionen und unbedachtes Handel sind jedoch beim Sparer und der Geldanlage das Kontraproduktive, was jemand machen kann. Stattdessen ist es viel wichtiger, sich zu fassen, die verschiedenen Meldungen in den Medien und gegebenenfalls die Prognosen großer Anleger und Wirtschaftsinstitute erst einmal sacken zu lassen, und dann selbst das Gehirn einzuschalten. Und dann zeigt sich plötzlich: Je nach Anbieter beispielsweise beim Tagesgeld oder beim Festgeld sind die Zinskonditionen derzeit alles andere als schlecht, auch wenn der durchschnittliche Zinssatz (beim Tagesgeld im März dieses Jahres nur noch 0,37 Prozent p.a.) nahezu als unterirdisch zu bezeichnen ist.

Mögliche Leitzinssenkung verunsichert weiter

Kritiker könnten jetzt natürlich anmerken: Ja noch ist die Lage vielleicht bei den Spitzenanbietern gut, aber wenn im kommenden Monat tatsächlich eine weitere Leitzinssenkung kommen wird, dann wird es wieder anders aussehen. Und verunsichern damit die Sparer, die sowieso schon nicht wissen, wo ihr Kopf steht, noch weiter. Dabei ist erstens noch gar nicht klar, ob der Leitzins im Juni dieses Jahres wirklich weiter gesenkt werden wird, und wenn doch, dann ist nicht klar, wie sehr diese Zinssatzsenkung auch tatsächlich dann auf die Entwicklung der Sparzinsen einwirken wird. Denn bereits jetzt haben viele Banken und Sparkassen in Deutschland mit den niedrigen Zinssätzen kämpfen, die sie für Tagesgelder und Festgeldkonten ausgegeben haben. Noch weiter Luft nach unten in Sachen Zinsen gibt es nun doch bald nicht mehr. Deshalb ist es vielleicht besser, sich nicht zu sehr von einer möglichen kommenden Senkung des Leitzinses verunsichern zu lassen, sondern als Sparer darauf zu achten, wie die Konditionen heute sind. Und auch darauf, wie stabil die Zinsen bei den jeweiligen Anbietern in den letzten Jahren gewesen sind. Das heißt, wie oft und wie schnell eine Bank oder Sparkasse dem sinkenden Leitzins gefolgt und die Sparzinsen dann ebenfalls gesenkt hat.

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Quellen:

Denn alle Banken über einen Kamm zu scheren tut selten gut und dabei kommt dann auch nicht wirklich etwas heraus. Außer allgemeine Artikel mit einem Rundumschlag über Minizinsen, die zwar von vielen, aber bei weitem nicht von allen Geldinstituten angeboten werden.

Wirkliche Rendite gibt es nur mit Risiko!

Dennoch gilt natürlich in 2014 vor allem eines: Wer eine wirkliche Rendite will, das heißt, deutliche Zinsen über der Inflationsrate, der wird einem gewissen Risiko bei seiner Geldanlage nicht vorbeikommen. Denn nur Risikoanlagen schaffen es in diesem Jahr noch, eine tatsächliche Rendite zu erwirtschaften, und für Anleger, die mehr an Zinsen bzw. Erträgen wollen, als sie die Spitzenanbieter für Tagesgelder und Festgeldkonten derzeit bieten, gilt deshalb vor allem eines: Der Mut zu Risiko.

Tagesgeldrechner:

Da jedoch der Mut zum Risiko bei jedem Sparer und Anleger unterschiedlich ausgeprägt ist, wird jede und jeder auch für sich das eigene Risiko ganz unterschiedlich hoch ansetzen. Das kann von wenig Risiko mit entsprechend dann auch nicht so hoher möglicher Rendite bis zu einem ganz hohen Risiko gehen – das natürlich im schlimmsten Fall den Totalverlust des angelegten Geldes mit sich bringen kann, im besten Fall aber eine Traumrendite. Zu empfehlen ist es jedoch, eine gute Mischung zu finden für die eigene Geldanlage, über sicher bis wenig Risiko, bis hin zu mittlerem Risiko und dann, wenn es mag, sogar bis hin zu hohem Risiko. Nur so können die vergleichsweise niedrigen Zinsen für sichere Anlagearten wie Festgelder und Tagesgeldkonten derzeit auch wirklich ausgeglichen werden.

Was ist schon wirklich sicher?

Doch was ist eigentlich wirklich sicher in einer Welt, in der die Euro-Zone immer noch in der Krise unterwegs ist, obwohl das Ende derselbigen doch immer wieder vorhergesagt wurde? Wahrscheinlich nichts. Noch werden Spareinlagen und Sichteinlagen unter 100.000 Euro nicht angetastet, doch immer wieder macht das Wörtchen „Vermögensabgabe“ in der letzten Zeit die Runde. Zu verdächtig oft für unseren Geschmack, weshalb es möglicherweise für viele Sparer und Anleger an der Zeit ist, sich endlich hinzusetzen und eigenen Plan für die Ersparnisse aufzustellen. Sollte eine Vermögensabgabe kommen, wird diese anfangs sicher nur „Vermögen“ über 100.000 Euro antasten. Doch wie wird es vielleicht in ein paar Jahren aussehen, wenn die Krise immer noch nicht gestemmt werden konnte und ein mögliches Bankensterben nicht mehr kontrollierbar ist? Natürlich könnte man dies auch als Schwarzmalerei betrachten, doch ein realistischer Blick auf die Gegenwart wie die Vergangenheit kann eine Hilfestellung beim Weg in die Zukunft bieten. Dies gilt auch für das Sparen und die Geldanlage. Doch eines ist sicher nicht angebracht, egal wie tief die Eurokrise uns nach unten ziehen könnte: den Kopf in den Sand zu stecken und einfach aufzugeben. Wer dies nicht tut, und Mut zum Risiko mitbringt, anstatt in der Mutlosigkeit zu versinken, der wird auch in diesem und den kommenden Jahren weitergehen können mit seiner Geldanlage. Vielleicht wird er (oder sie) dabei den einen oder anderen Euro verlieren, dies gehört nun mal auch zum Anlegen dazu. Doch wer gut streut und sich genug Gedanken macht und informiert, der hat auch mitten in einer wieder schlimmer werdenden Krise gute Chancen, das Schlimmste weitaus besser zu überstehen wie andere!

Festgeldrechner:

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