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Coronavirus – wie viel Spielraum haben Notenbanken?

Donnerstag den 27.02.2020

Niedrige Zinsen und ein milliardenschweres Anleihekaufprogramm – das sind die Mittel, mit denen Notenbanken weltweit seit der Finanzkrise die Wirtschaft anzukurbeln versuchen. Mit dem Coronavirus ist nun eine neue Bedrohung für das weltweite Wirtschaftswachstum auf den Plan getreten. Stehen Notenbanken überhaupt noch Mittel zur Verfügung, um gegebenenfalls angemessen auf das Virus reagieren zu können?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Coronavirus gefährdet das Wirtschaftswachstum
  • Die Bilanzsummen der meisten Notenbanken liegen unter 40 Prozent des jeweiligen BIPs
  • Damit haben sie noch Spielräume, um auf das Coronavirus zu reagieren

Keine Probleme in der Eurozone und in China

Marcel Müller, Leiter Portfoliomanagement beim Fondsanbieter HQ Trust, hat eine klare Meinung dazu. Er sieht keinen Grund zur Sorge. Für sein Argument vergleicht er die Bilanzsummen der Notenbanken mit dem jeweiligen Bruttoinlandsprodukten (BIP).

Quelle: HQ Trust, Das Investment

Es zeigt sich: In den meisten Ländern und Regionen macht die Bilanzsummen weniger als 40 Prozent des BIPs aus. So beträgt die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank (EZB) knapp 40 Prozent des BIPs. Ebenso sieht es in China aus.

Deutlich geringer ist der Anteil sogar in den USA und Großbritannien. Dort liegen die Bilanzsummen der Zentralbanken bei knapp 20 Prozent des BIPs.

Japan und Schweiz mit weniger Spielraum

Weniger gut sieht das Verhältnis in Japan und der Schweiz aus. In Japan beträgt die Bilanzsumme der Notenbank über 100 Prozent des BIPs. In der Schweiz sind es sogar über 120 Prozent.

Müller folgert daraus: „Im Vergleich zu Japan und der Schweiz haben viele andere Zentralbanken noch Potential bei den Zinssenkungen, vor allem aber bei der Ausdehnung ihrer Bilanz.“ Für China prognostiziert er weitere Maßnahmen der Notenbank, sollte sich die Situation weiter verschärfen. Für deutsche Sparer hat er hingegen beruhigende Nachrichten: „Die Europäische Zentralbank wird in diesem Fall andere Wege finden als erneut an der Zinsschraube zu drehen.“

Weiterführender Link

Das Investment – Notenbanken und Coronavirus