1,00% p.a.



Inflation in der Eurozone sinkt auf 1,0 Prozent

Donnerstag den 22.08.2019

Die Inflation in der Eurozone ist im Juli auf 1,0 Prozent gesunken. Im Vormonat lag sie noch bei 1,3 Prozent. Damit ist sie so niedrig wie seit November 2016 nicht mehr. Für Sparer sind das erneut schlechte Nachrichten.

Höchste Inflation in Rumänien und Ungarn

In Deutschland liegt die Inflation dabei auf einem ähnlichen Niveau wie in der gesamten Eurozone. Im Juli betrug sie 1,1 Prozent. Eine Deflation gab es hingegen in Portugal. Dort verringerten sich die Preise um 0,7 Prozent. Eine sehr geringe Inflation gab es in Zypern mit 0,1 Prozent und in Italien mit 0,3 Prozent.

Quellen:

  • sdw.ecb.europa.eu

Besonders hoch war die Inflation im Juli hingegen in Rumänien und Ungarn. In Rumänien belief sie sich auf 4,1 Prozent. In Ungarn auf 3,3 Prozent. In Lettland und der Slowakei wurde eine Inflation von je 3,0 Prozent registriert.

Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist eine Inflation von knapp 2,0 Prozent in der Eurozone. Eine Inflation dieser Größenordnung wird als gut für das Wirtschaftswachstum erachtet. Ist die Inflation zu gering oder kommt es gar zu einer Deflation, könnten Investitionen zurückgehen, da Investoren auf weiter fallende Preise spekulieren.

Was bedeutet das für Sparer?

Für Sparer sind das keine guten Nachrichten. Ziel der EZB ist – wie gesagt – eine Inflation von knapp 2,0 Prozent. Wird dieses Ziel verfehlt, greift sie zu geldpolitischen Mitteln. In den letzten Jahren wurden insbesondere Anleihen in Milliardenhöhe gekauft. Außerdem wurde der Europäische Leitzins auf 0,0 Prozent gesenkt.

Zwar lief das Anleihekaufprogramm Ende 2018 aus. Wegen der schwächelnden Wirtschaft und der niedrigen Inflation überlegt die Notenbank allerdings, die Geldpolitik wieder zu lockern. War 2018 ein Ende des Zinstief im Herbst 2019 noch vorstellbar, ist die Erhöhung des Leitzinses inzwischen auf mindestens 2020 verschoben worden. Selbst über eine Absenkung des Leitzinses unter 0,0 Prozent wird spekuliert.

Weiterführende Links

ZDF – Droht das Schreckgespenst der Wirtschaft?

Finanzen.net – Jährliche Inflationsrate im Euroraum auf 1,0% gesunken