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Steigende Anleiherenditen – wie reagiert die EZB?

Dienstag den 23.02.2021

So schnell kann es gehen. Eben noch war die Hauptsorge, die Wirtschaft auch während der Corona-Pandemie am Laufen zu halten. Nun mehren sich die Stimmen, die vor steigender Inflation und einer Überhitzung der Wirtschaft warnen. Der Anleihenmarkt reagiert bereits mit steigenden Renditen darauf. Wie wird die Europäische Zentralbank (EZB) reagieren?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Angst vor einer steigenden Inflation und einer Überhitzung der Wirtschaft nimmt zu
  • Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte von -0,6 Prozent zu Jahresbeginn auf -0,33 Prozent
  • Die EZB beobachtet den Markt genau, ein zeitnaher Kurswechsel bei der Geldpolitik ist jedoch unwahrscheinlich

Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe steigt auf -0,33 Prozent

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Quellen:

In den letzten Monaten sind die Renditen langfristiger Anleihen gestiegen. Das zeigt sich vor allem in den USA. Doch auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte von -0,6 Prozent zu Jahresbeginn auf -0,33 Prozent. Grund sind Sorgen vor einer steigenden Inflation und einer Überhitzung der Wirtschaft.

Die EZB hat ein Interesse daran, dass die Anleiherenditen niedrig bleiben. Denn sie dienen Banken bei der Kreditvergabe als Orientierung. Bei niedrigen Anleiherendite werden Kredite zu günstigen Konditionen für die Kreditnehmer vergeben. Das macht es für diese attraktiver, Kredite aufzunehmen und zu investieren. So bleibt die Wirtschaft in Schwung.

Anleihenmarkt unter Beobachtung

„Entsprechend beobachtet die EZB die Entwicklung der längerfristigen nominalen Anleiherenditen genau“, kommentiert EZB-Präsidentin Lagarde das aktuelle Geschehen. [1] Ein baldiger Kurswechsel mitsamt Abkehr von der lockeren Geldpolitik ist jedoch unwahrscheinlich. Hoffnung auf steigende Zinsen für Sparer gibt es damit vorerst nicht.

Das Anleihekaufprogramm PEPP, das im Rahmen der Corona-Pandemie aufgelegt wurde, ist erst im Dezember 2020 bis März 2022 verlängert worden. Eine Zinserhöhung dürfte frühestens nach Ende der Anleihekäufe ins Auge gefasst werden. Zudem muss einen Kurswechsel gut vorbereitet werden, um Marktturbulenzen zu verhindern. Zu solchen war es etwa 2013 gekommen, als die US-Notenbank FED die Abkehr von der lockeren Geldpolitik einleitete.

Sparern bleibt darum nur durchzuhalten und sich die Rosinen unter den aktuellen Angeboten der Banken herauszupicken. Für Festgelder mit 24 Monaten Laufzeit sind weiterhin über 1,00 Prozent Zinsen p.a. möglich. Die aktuellen Konditionen zeigt unser Vergleich:

Weiterführender Link

[1] Handelsblatt – Notenbankchefin

Handelsblatt – Geldpolitik