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Sparquote erreicht 2018 10 Prozent

Montag den 2.07.2018

Die Sparquote wird 2018 erstmals seit 2010 wieder über die Marke von 10 Prozent springen. Zu dieser Einschätzung kommt die DZ Bank in einer aktuellen Research Publikation. Auf diesem Hoch wird die Sparquote aller Voraussicht nach jedoch nicht lange bleiben. Das private Geldvermögen wächst derweil kontinuierlich an.

Schwächelnde Konjunktur beflügelt Sparquote

Im ersten Quartal 2018 nahm das deutsche Bruttoinlandsprodukt deutlich schwächer zu als im vierten Quartal 2017. Die reale Zunahme betrug 0,3 Prozent. Auch für das gesamte Jahr 2018 wird von einem langsameren Wirtschaftswachstum im Vergleich zu 2017 ausgegangen. 1,7 Prozent soll es betragen (2017: 2,2 Prozent). [1]

Quellen:

  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Der private Verbrauch dürfte 2018 ebenfalls langsamer wachsen als 2017. Sein Anstieg wird auf 3,1 Prozent geschätzt. Dagegen sorgen gute Tarifabschlüsse und Rentenanhebungen für ein gutes Einkommen. Das Plus beim Einkommen wird 2018 voraussichtlich 3,2 Prozent betragen und damit höher sein als das Plus beim Konsum.

Diese Differenz wird der Sparquote helfen, die Marke von 10 Prozent zu erreichen. Hinzu kommt, dass die Investitionen in Immobilien sinken. Schon 2019 wird die Sparquote laut der DZ Bank aber wieder auf 9,8 Prozent fallen.

Die Sparquote gibt an, wie viel Prozent des Einkommens ein Haushalt zurücklegt.

Privates Geldvermögen nimmt trotz niedriger Zinsen zu

Die Zinsen befinden sich derweil weiterhin auf niedrigem Niveau. Aufgrund der gestiegenen Inflation (2017: 1,7 Prozent) lag der durchschnittliche Realzins zuletzt im negativen Bereich. -0,8 Betrug er laut DZ Bank 2017.

Am negativen Realzins wird sich auch 2018 nichts ändern, wodurch es zu einem Wertverlust des Geldvermögens in Höhe von 46 Milliarden Euro kommen wird.

Dennoch steigt das private Geldvermögen weiter an – wenn auch verlangsamt. Dies liegt auch an Wertzuwächsen bei Aktien, Fonds und Zertifikaten. Die DZ Bank erwartet einen Anstieg des privaten Geldvermögens bis Ende 2019 auf knapp 6,6 Billionen Euro.

Zinswende frühestens im Sommer 2019

Mit einer Zinswende ist frühestens im Sommer 2019 zu rechnen. Das gab die EZB auf ihrer Sitzung vom 14.06.2018 bekannt. Einige attraktive Tages- und Festgelder gibt es jedoch weiterhin – beispielweise im europäischen Ausland. So erhalten Kunden der schwedischen TF Bank 0,75 Prozent Zinsen p.a. auf ihr Tagesgeldkonto. Beim Festgeld der Alpha Bank Romania erhalten Sparer 1,20 Prozent Zinsen p.a. für eine Laufzeit von 12 Monaten.


Weiterführender Link

[1] DZ Bank – Konjunktur