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Prognose: Sparquote steigt auf höchsten Stand seit 1992

Montag den 20.04.2020

Die Deutschen werden 2020 mehr Geld als in den letzten 28 Jahren auf die hohe Kante legen – davon gehen derzeit Experten der DZ Bank aus. Nach deren Berechnungen steigt die Sparquote in Deutschland auf 12,5 Prozent (Vorjahr: 10,9 Prozent). Das entspräche dem höchsten Wert seit 1992.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einbruch beim Konsum durch Coronavirus um 2,8 Prozent
  • Erholungsphase 2021 würde Sparquote auf 11,3 Prozent sinken lassen

Sinkende Einkommen und Konsumeinbruch

Nach Einschätzung der Ökonomen sinken die verfügbaren Einkommen in diesem Jahr zwar um gut ein Prozent, allerdings bricht gleichzeitig der private Konsum durch die Corona-Krise ein. Letzteres führt dazu, dass mehr Geld auf den privaten Sparkonten verbleibt. Erst mit einer wirtschaftlichen Erholung 2021 werde der Anteil der Ersparnisse am verfügbaren Einkommen wieder auf 11,3 Prozent fallen. Bis Jahresende 2020 wachse der Anteil von Sichteinlagen und Bargeld am gesamten privaten Geldvermögen auf voraussichtlich 30 Prozent. [1]

Coronakrise als Ursache

Zur einer generell eher risikoscheuen Grundhaltung komme die Verunsicherung über die Arbeitsplatzsicherheit und Einkommensperspektiven. Entsprechend verzichteten die Deutschen auch weitestgehend auf die Anschaffung langlebiger Konsumgütern wie z. B. Autos. Auch Konsumeinschränkungen durch den „Lockdown“ kämen hinzu, darunter Urlaubsreisen, Restaurantbesuche oder Freizeitaktivitäten – kurzum: Alles, was sich später einfach nachholen lasse. Den Einbruch beim privaten Konsum in Deutschland beziffern die Volkswirte mit ca. 2,8 Prozent, was der stärkste Einbruch seit der Wiedervereinigung wäre.

Weniger Einkommen bei Kurzarbeitern, mehr Geld für Rentner

Zu beachte sei außerdem, dass dem Bevölkerungsteil mit starken Einkommenseinbußen (u. a. Selbstständige und Kurzarbeiter) ein Anteil von rund 21 Millionen Rentnern gegenüberstünde, die ab Juli 2020 höhere Renten erhielten. Unter dem Strich sinkt, so die Ökonomen, das verfügbare Einkommen privater Haushalte in diesem Jahr um 1,1 Prozent. Das wäre der erste Rückgang seit der Finanzkrise (2009). [2]


Weiterführende Links

[1] Blog DZ Bank

[2] Wirtschaftswoche – Studie der DZ Bank