Die Sommerpause steht an und entsprechend kurz bzw. sachlich ging Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 23. Juli 2026 über die Bühne: An den Leitzinsen ändert sich vorerst nichts, d. h. der Einlagenzins verbleibt bei 2,25 Prozent. Auch der Hauptrefinanzierungssatz steht stabil bei 2,40 Prozent und der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,65 Prozent. Im Juni waren diese Leitzinssätze jeweils um 25 Basispunkte angehoben worden. Ab Herbst stehen wahrscheinlich weitere Zinsschritte an. Die Märkte preisen jene bereits ein.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Erwartungsgemäß beließ die EZB die Leitzinsen vor der Sommerpause unverändert
- EZB-Einlagezins bleibt bei 2,25 Prozent
- Prognose: Weitere Leitzinsanstiege im Herbst möglich
Bis zu drei Zinsschritte in diesem Jahr?
Die Marktexperten waren sich bereits vorab recht sicher: Eine Zinsänderung vor der Sommerpause der EZB galt als weitestgehend unwahrscheinlich. Diese Einschätzung bewahrheitete sich: Mindestens bis zum Herbstbeginn bleibt es bei einer Zinspause. Allerdings preisen die Terminmärkte für September derzeit einen weiten Zinsschritt um 25 Basispunkte ein. Einige Analysten gehen mittlerweile von bis zu drei Schritten bis Anfang 2027 aus.
Diese Gedanken lassen sich derzeit gut begründen: Die Inflation der Eurozone ging zwar im Juni 2026 auf 2,80 Prozent zurück (nach 3,20 Prozent im Mai), die Kerninflation sank sogar auf 2,40 Prozent, indes überschreiten sämtliche Werte weiterhin das EZB-Ziel von 2,00 Prozent. Zudem sind die Risiken für die Teuerung nicht kleiner geworden – im Gegenteil. Der Iran-Krieg flammt seit einigen Tagen auf, die Öl- und Energiepreise steigen und die Konjunkturentwicklung in Europa erweist sich als fragiles Konstrukt.
Entsprechend hielt sich die EZB in ihrer Mitteilung zur Ratssitzung eher kurz und bedeckt. Zudem agieren die Ratsmitglieder um Präsidentin Christin Lagarde in der Regel vorsichtig, um im Zweifel flexibel handeln zu können. „Die Aussichten für die Energiepreise sind zwar sehr volatil, liegen aber derzeit in der Nähe des Basisszenarios der von Fachleuten des Eurosystems erstellten Projektionen vom Juni und deutlich über dem Niveau, das vor dem Konflikt im Nahen Osten verzeichnet wurde“, so die erste Aussage. Darüber hinaus sei der EZB-Rat bereit, „alle seine Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2,00 Prozent stabilisiert.“ Die Zentralbank wartet entsprechend auf die nächsten Daten.
Unverändert bleiben die Angaben zu den Anleiheverkäufen. Die EZB erklärt, dass die Wertpapierbestände aus den geldpolitischen Programmen (APP und PEPP) sich in vorhersehbarem Tempo verringern.
Nächster EZB-Termin im September
Für Sparer bleiben die Zinsen damit vorerst stabil und die Aussichten auf steigende Zinsen im Verlauf des Jahres sind gegeben.
Nach der Sommerpause trifft sich der Rat der Europäischen Zentralbank am 10. September wieder
Weiterführende Links und Quellen
EZB Geldpolitische Beschlüsse vom 23.07.2026