Erste Ratssitzung 2026: EZB lässt Leitzins zum fünften Mal in Folge unverändert

Die anhaltende Stärke des Euros gegenüber dem US-Dollar hatte kurzfristig Spekulationen über Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) angefeuert. Wie sich jetzt aber in der ersten Ratssitzung des Jahres 2026 herausstellte, bleibt (zunächst) alles beim Alten: Der Einlagenzins liegt damit stabil bei 2,00 Prozent (bereits seit Juni 2025). Ebenfalls unverändert: Der Hauptrefinanzierungssatz mit 2,15 Prozent und der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität mit 2,40 Prozent. Ein Stand, mit dem zumindest Sparer hierzulande sehr gut klar kommen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Keine Leitzinssenkungen nach der 1. Ratssitzung 2026
  • Der Einlagezins bleibt bei 2,00 Prozent
  • Der schwache US-Dollar und der starke Euro sorgten vorab für Gerückte über eine mögliche Zinsanpassung

Sorgen aufgrund der Euro-Stärke

Die Inflation in der Eurozone war zuletzt weniger das Problem der Zentralbank: Mit 1,9 Prozent lag jene im Dezember 2025 noch einmal unter dem Vormonat (November 2025: 2,1 Prozent) und damit leicht unter dem angepeilten Zielwert der EZB. Sofern die letzten Prognosen eintreffen, wird sich die Inflation auch ungefähr auf dieser Höhe im gesamten Jahr 2026 einpendeln. Für 2027 sagen die Entscheider sogar nur 1,8 Prozent vorher, bevor es 2028 wieder auf die 2,0-Prozent-Grenze zusteuert.

Indes knirschte es derweil an einer anderen Stelle, sodass u. a. der österreichische Notenbank-Chef Martin Kocher kürzlich laut über eine vorzeitige Zinssenkung nachdachte. „Sollte der Euro immer weiter aufwerten, könnte dies natürlich irgendwann eine geldpolitische Reaktion erforderlich machen“, erklärte er gegenüber der Financial Times. Grund für sein Gedankenspiel: Der starke Euro verteuert Exporte massiv, während der schwächelnde US-Dollar Importe verbilligt – eine Gemengelage, die sich negativ auf das Wachstum in der Eurozone auswirkt und gleichzeitig die Inflationsrate drückt.

Wie die erste Ratssitzung 2026 belegt, fährt die EZB aber weiterhin auf Sicht und unternimmt keine voreiligen Schritte. In der Zusammenfassung der geldpolitischen Beschlüsse finden sich deshalb mehr oder weniger die üblichen Aussagen.

Die Wirtschaft zeige sich, so die EZB, in einem schwierigen globalen Umfeld nach wie vor robust. Zudem verweist die Zentralbank auf ein paar positive Entwicklungen, darunter eine niedrige Arbeitslosigkeit, solide Bilanzen im privaten Sektor, die allmähliche Umsetzung der Pläne für öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie stützende Auswirkungen der vergangenen Leitzinssenkungen. All dies fördere das Wachstum in der Eurozone.

Wie inzwischen gewohnt, verwiesen die Mitglieder der EZB auf die Bereitschaft und Fähigkeit, auf Basis von Daten rechtzeitig zu agieren, sofern es notwendig wird.

Kurzum: Zu Überraschungen neigen EZB-Präsidentin Christine Lagarde und die Ratsmitglieder weiterhin nicht.

Im März geht es weiter

Sparern dürfte die Stabilität der Einlagezinsen zusagen, da mit den besten Tagesgeldzinsen durchaus eine positive Realrendite drin ist. Mit Angeboten inklusive Zinsgarantie lassen sich diese Zinsen außerdem über Monate hinweg festschreiben.

Der nächste Zinsentscheid der EZB findet am 19. März 2026 wieder in der hessischen Metropole statt.

Weiterführende Links und Quellen

Geldpolitische Beschlüsse 06.02.2026

Financial Times, ECB would need to act if euro keeps gaining, says Austria’s central bank governor, 24.10.2025

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